Der Eistanz

Die olympische Sportart Eistanzen ist eine der vier Disziplinen des Eiskunstlaufs. Ein Eistanzpaar besteht aus einer Dame und einem Herrn. Eistanzen basiert auf schritttechnischen Grundlagen, die exakt, temporeich und in Anpassung an die Musik tänzerisch wie akrobatisch dargeboten werden. Eistanz wird häufig als die technisch schwierigste und detailreichste Art des Eiskunstlaufs betrachtet. Das umfangreiche Regelwerk des Eistanzens hat das Ziel, die Wurzeln des Eistanzes im Parketttanzen aufzuzeigen. Jedoch wurde in den letzten Jahren das Regelwerk zwecks Weiterentwicklung gelockert.

 

Eistanz besteht aus drei Teilen

  • dem Pflichttanz (engl. compulsory dances) – Tanzen von vorgeschriebenem Tanz
  • dem Originaltanz (engl. original dance) – mit gefordertem Rhythmus
  • dem Kürtanz (engl. free dance)
  • dem Interpretivkürtanz (engl. interpretive free dance) - mit verschiedenen Eistanzelementen, eher zur Betonung der Harmonie des Eistänzer mit Musik und des künstlerischen Eindrucks als das Zeigen von technischen Schwierigkeiten. Dieser letzte Teil ist nicht Bestandteil der regulären Wettkämpfe wie EM, WM oder Olympischen Spielen

 

Ende der 80er bis Mitte der 90er Jahre konkurierten neben vielen talentierten Paaren zwei wunderbare Paare um die Gust der Zuschauer und um die Punkte der Preisrichter:

 

Das russische Tanzpaar Marina Klimowa & Sergej Ponomarenko

und

das französische Geschwisterpaar Paul & Isabelle Duchesnay.

 

Meine Symathie und Begeisterung galt seit der ersten Fersehbegenung den Duchesnays:

 

 

Paul & Isabelle Duchesnay

Wer erinnert sich nicht an die spannenden Meisterschaften im Eistanz Paarlauf mit den Konkurrenten Marina Klimowa / Sergej Ponomarenko und Paul & Isabelle Duchesnay?

 

Wie gebannt saß ich vor dem Fernseher, als ich zum ersten Mal das französische Geschwisterpaar mit ihrem JUNGLETANZ, ihre Kür aus dem Jahr 1988, sah. Obgleich ich von Eiskunstlauf bzw. Eistanz keine Ahnung hatte, war ich von ihrer Art zu tanzen völlig fasziniert. Das war wieder so ein Moment, in dem ich so richtig sauer war, daß meine Eltern weder einen Videorecorder noch eine andere Möglichkeit von TV-Aufzeichnungen hatten.

 

Der Schwierigkeitsgrad war enorm. Die Preisrichter konnten leider damals mit dem neuen Tanzstil noch nicht viel anfangen, obwohl schon 1984 in Sarajevo die berühmte Kür des Paares Jayne Tovel & Christopher Dean in der B-Wertung von allen neun Preisrichtern gleichsam mit sagenhaften 6.0 Punkten diese grandiose Kür auf den 1. Platz hob. Eine Sensation. Christopher Dean wurde später der Choreograph und Trainer der Geschwister Duchesnay.

 

Mit dem JUNGLETANZ begann für mich das Interesse am Eistanz. Ich verfolgte nun regelmäßig die Europa- und Weltmeisterschaften im Fernsehen oder auch das Schaulaufen in Berlin. Der zweite Tanz des Geschwisterpaares, den ich dann bewußt erlebte, war der SPIEGELTANZ. Auch hier unterlagen sie dem russischen Paar Klimowa / Ponomarenko.

 

Immer wieder die gleiche Spannung. Immer wieder die gleiche Enttäuschung.

 

Und dann kam München. Hier fanden 1991 die Weltmeisterschaften im Eistanz statt. Obwohl nicht gerade um die Ecke aber erreichbarer als die anderen fernen Orte, an denen solche Events immer stattfanden, bin ich mit zwei Freunden und drei Eintrittskarten dorthin gefahren und konnte das größte Ereignis und den größten Triumph dieses wahnsinnig guten Geschwisterpaares live miterleben. Nach ihrer fehlerfreien und vielumjubelten Kür stieg die Spannung ins Unermeßliche. Standing Ovations. Ein Jubelgeschrei unter den Zuschauern. Und dann die Noten der A-Wertung. Drei Mal 5.9 und sechs Mal 5.8. Die B-Wertung mußte nun 5.9 Punkte ergeben, um das russische Paar von ihrem Thron zu holen. Nun die B-Wertung der neun Preisrichter: Vier Mal 5.9 und fünf Mal 6.0 Punkte. Ein Geschrei, eine Freude, ein Jubel in der Halle. Der Applaus wollte nicht enden.

 

Damit haben Paul & Isabelle Duchesnay endlich den lange ersehnten und wohlverdienten Weltmeistertitel erhalten. Diese beiden hart arbeitenden Künstler nach so vielen Kämpfen und Wettbewerben auf dem Siegertreppchen zu sehen war eine wirkliche Freude.

 

 

 

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