Francesca da Rimini

Selten hat mich in letzter Zeit eine (für mich noch unbekannte) Oper so in den Bann gezogen, wie diese Oper von Riccardo Zandonai. Nur das Hören der CDs machte süchtig. Dieses veristische mit großen "Strauss'schen Bögen" komponierte Werk hat wunderschöne Momente. Der Schluß des ersten Aktes ist genauso ein Musikgenuß höchsten Grades wie das große Duett zwischen Francesca und Paolo im dritten Akt, 2. Teil. Dazwischen große Szenen, z. B. die der zwei Brüder im dritten Akt, 1. Teil. Ich sah die Premiere dieser äußerst selten gespielten Oper im Opernhaus Zürich und war angenehm überrascht auch von dem üpiigen Bühnenbild. Wo es doch schon fast mordern gilt, eine Oper auf beinahe leerer Bühne aufzuführen, so war die Ausstattung dieser Oper so richtig pompös. Mit Bäumen im Garten, große, fein ausgestattete Räume und einem echten Papagei. Die Stimme von Emely Magee, die ich kurz zuvor schon als Kaiserin in der FRAU OHNE SCHATTEN in der meines Erachtens völlig ungerecht umstrittenen Aufführung in der Hamburger Staatsoper erlebt habe, war ein fantastisch. Ihre Francesca war glaubwürdig und stimmlich herausragend. Am Ende jeder Aufführung, die ich besuchte, sah man, wie sehr sie sich mit der Figur auseinander setzte, wie sehr sie sich für sie einsetzte. Die Premiere war einfach genial, so daß ich kurz hintereinander noch zweimal diese Oper sehen "mußte". Es ist sehr bedauerlich, daß diese Oper in der kommenden Spielzeit 2007/08 nicht wieder aufgenommen wird. Es ist ebenso bedauerlich,daß man die FRANCESCA DA RIMINI nahezu nie auf irgend einem Spielplan findet. Sie ist eine lohnenswerte Oper mit grandiosen musikalischen Höhepunkten.

 

 

 

Handlung

Francesca wird aus politischen Gründen zur Heirat mit dem verkrüppelten Gianciotto Malatesta gezwungen. Dessen schöner Bruder Paolo kommt als Abgesandter der Familie Malatesta nach Ravenna um die Brautwerbung zu überbringen. Dabei verlieben sich die beiden ineinander. Doch die Eheschliessung mit Gianciotto findet trotzdem statt. Sie begeht den Ehebruch mit Paolo, wird jedoch vom dritten Bruder, dem einäugigen Malatestino, dabei beobachtet, erpresst und - da sie ihm nicht gefügig ist - denunziert. Gianciotto überrascht die beiden Liebenden in flagranti und stürzt sich mit dem Schwert auf den unbewaffneten Paolo. Francesca wirft sich dazwischen und wird tödlich getroffen. Paolo hält die Sterbende in seinen Armen und fällt unter dem Schwert seines Bruders. *

Quelle*: art-tv.ch Kaspar Sannemann