Gesang

Auch anhand den Titeln meiner Lieblingsopern werdet Ihr nicht schwer erkennen, daß ich doch ein "Frauentyp" bin ... smile.

 

Mir gefällt die weibliche Singstimme ausgesprochen gut.

 

Ein schön klingender Sopran muß für mich nicht zwangsläufig schön klingen (können). Er darf gerne hoch und höher singen, auch Unreinheiten oder Atemnot besitzen, wenn dadurch Emutionen hörbar gemacht werden. Das ist mir viel lieber, als wenn es sich so anhört, als würde vom Blatt gesungen. Maria Callas ist nicht nur aus diesem Grund meine Lieblingssängerin. Bei ihr glaubt man, was sie singt. Jede Note.

 

Bei den Mezzosopranen bevorzuge ich die mehr rauhen und kehligen, also die gutturalen Stimmen, wie etwa die von Elena Obraszowa oder Larissa Diadkova oder wie die der, den meisten wohl eher weniger bekannten, Krystyna Michalowska. So schön z. B. Yvonne Neaf auch singt ... aber sie singt für mich eben "nur" schön und mir nicht voll bzw. rauh genug.

 

Ich bedaure es etwas, daß es so wenige wirkliche Altistinnen gibt. Die meisten Altpartien werden heute von Mezzosopranistinnen gesungen. Damit fehlt der jeweiligen Altpartie (Stimme) eine entscheidene dunkle und tiefe Schwärze.

 

 

 

Stimmlagen

Sänger werden grob in die vier Stimmlagen Sopran, Alt, Tenor und Bass aufgeteilt. Darüberhinaus werden noch Mezzosopran und Bariton regelmäßig verwendet. Die meiste Chorliteratur kommt mit diesen Stimmlagen aus, wobei Stimmlagen noch in einzelne Stimmen, zum Beispiel Sopran I und Sopran II aufgeteilt werden können. Neben der Stimme werden auch häufig die Personen mit ihren Stimmlagen bezeichnet, z. B. "Sie ist ein Alt".

 

In Solopartien ist der geforderte Tonumfang oft erheblich größer als in der o. g. Unterteilung. Man unterscheidet außer dem Tonumfang auch weitere technische und musikalische Anforderungen, die die Partie an die Gesangstimme stellt, dem sogenannten "Stimmfach".

 

Neben dem Umfang einer Stimme gibt es auch den Begriff der "Tessitura", die den typischen und leicht reproduzierbaren Umfang angibt.

 

 

 

Sopran

Mit Sopran (von italienisch sopra = "(dar)über") wird die höchste menschliche Stimmlage bezeichnet. In der großen Mehrzahl der Fälle wird sie von Frauen gesungen, kann aber auch von Jungen vor dem Stimmbruch ("Knabensopran") oder von Männern im Falsett gesungen werden. In vergangenen Jahrhunderten gab es auch Kastraten, die in Sopranlage sangen. Als besondere Ausnahme steht der brasilianische Sänger Edson Cordeiro. Auch wenn er kein Kastrat ist, erreicht er gar einen Ton, der eine Stufe über Mozarts "Königin der Nacht" angesetzt ist.

 

Der Tonumfang der Sopranstimme reicht normalerweise von c' bis a'', bei Berufssängerinnen (und -sängern) sind aber viel höhere Töne möglich. Einige spezialisierte Gesangsfächer für den Sopran, die sich seit dem 19. Jahrhundert herausbildeten, sind:

 

    • lyrischer Sopran - für komische Opern und Melodramen
    • dramatischer Sopran - für tragische/dramatische Opern
    • lyrischer Koloratursopran, für Partien von hoher Virtuosität - meist für komische Opern
    • dramatischer Koloratursopran, für Partien von hoher Virtuosität und Dramatik - für tragische Rollen
    • Soubrette, für Partien aus dem komischen Bereich
    • Mezzosopran mit etwas tieferer Lage und Klangfärbung, in Richtung Alt gehend

 

Eine Anzahl bedeutender Sopranistinnen ist auf der Liste berühmter Sängerinnen und Sänger klassischer Musik aufgeführt. In der Renaissance und der Barockzeit wurde die Sopranlage im vokalen und instrumentalen Bereich auch als "Diskant" bezeichnet.

 

 

 

Mezzosopran

Als Mezzosopran (von italienisch mezzo soprano "Halbsopran"; französisch: bas-dessus) wird eine Stimmlage von Frauen oder Knaben bezeichnet, die zwischen Alt und Sopran liegt und sich gegenüber dem Sopran durch ein dunkleres Timbre sowie einen etwas tiefer liegenden Stimmumfang (etwa g bis f'') unterscheidet. Besonders kennzeichnend für den Mezzosopran ist die Fülle der Töne in der Mittellage.

 

So, wie der Bariton in zweierlei sehr verschiedenen Timbres auftritt (als Tenor- und als Bassbariton), je nachdem, ob er der einen oder der anderen Stimmgattung näher steht, hat auch der Mezzosopran entweder Sopran- oder Alt-Timbre, und sein Umfang dehnt sich entweder mehr nach der Höhe oder mehr nach der Tiefe hin aus.

 

Eine häufige Aufgabe für Mezzosopranistinnen sind so genannte Hosenrollen, also die Darstellung eines (meist jungen) Mannes (siehe nachfolgende Beispiele).

 

Typische Mezzosopran-Partien sind:

Georges Bizet, CARMEN - Titelrolle

W. A. Mozart, LE NOZZE DI FIGARO - Cherubino

Giuseppe Verdi, IL TROVATORE - Azucena

Richard Strauss, DER ROSENKAVALIER - Octavian

Engelbert Humperdinck, HÄNSEL UND GRETEL - Hänsel

 

 

 

Alt

Die Stimmgattung Alt (lat. altus = "hoch", vox alta = "hohe Stimme") bezeichnet in der Musik die tiefere Stimme der Frauen- oder Knabenstimmen ("Knabenalt"). Der Stimmumfang beträgt etwa g-e''. Altpartien der Alten Musik werden auch von Countertenören gesungen.

 

Die Bezeichnung stammt vom vierstimmigen Männerchorsatz (im Brust- und Falsett-Register), in dem die zweite Stimme den Namen Contratenor altus trägt. Ein Männeralt hat dabei einen Stimmumfang von e-e'' (Kastraten erreichten häufig auch noch das d''').

 

Eine Anzahl bedeutender Altistinnen ist auf der Liste berühmter Sängerinnen und Sänger klassischer Musik aufgeführt.

 

Alt-Partien in wichtigen Rollen sind verhältnismäßig selten. Bekannte Alt-Partien sind:

 

Giuseppe Verdi, IL TROVATORE: Azucena

Giuseppe Verdi, RIGOLETTO: Maddalena

Giuseppe Verdi, AIDA: Amneris

 

 

 

Tenor

Als Tenor (Betonung auf der zweiten Silbe, v. lat. tenere "halten") wird die hohe männliche Gesangs-Stimmlage wie auch der Sänger (früher auch: Tenorist) derselben bezeichnet. Die Bezeichnung bildete sich mit der beginnenden Mehrstimmigkeit heraus, als man die Stimme, die den Cantus firmus hielt, Tenor nannte, während die umspielenden Gegenstimmen Contratenor hießen.

 

Der Tonumfang der Tenorstimme reicht ungefähr von c bis a' – das als besondere Leistung und Fähigkeit sprichwörtliche hohe C liegt noch eine kleine Terz darüber. Der höchste Ton, der in der Opernliteratur für einen Tenor vorkommt, ist jedoch das hohe F, eine weitere Quart über dem hohen C; nur ganz wenige Tenöre waren und sind in der Lage, diese Note zu singen.

 

Die Notation erfolgt im Normalfall oktavierend im Violinschlüssel mit einer daruntergestellten kleinen "8".

 

Die Stimmlage des Tenors lässt sich in folgende Stimmfächer unterteilen, welche die Stimme hinsichtlich ihrer Qualität, ihres Umfangs, ihres Volumens und im Hinblick auf die gesanglichen und darstellerischen Anforderungen charakterisieren:

 

    • Tenore leggiero/Tenore di grazia: Die Stimme ist sehr schlank und leicht und hat ausgezeichnete Beweglichkeit und Koloratur.
    • Typische Rollen: Passionen (Bach) – Evangelist, Barbiere di Siviglia (Rossini) - Graf, La Cenerentola (Rossini) - Don Ramiro, Rigoletto (Verdi) - Duca di Mantova
    • lyrischer Tenor: weiche, leichte und bewegliche Stimme mit schönem Schmelz und weicher Höhe; Typische Rollen: Zauberflöte (Mozart) - Tamino, Entführung aus dem Serail (Mozart) - Belmonte
    • Spieltenor (Tenorbuffo): die Stimme ist charakterisierungsfähig und beweglich, der Sänger ein gewandter Darsteller. Typische Rollen: Entführung aus dem Serail (Mozart) - Pedrillo, Zauberflöte (Mozart) - Monostatos)
    • Charaktertenor: spezielles Charakterisierungsvermögen, sogenanntes Zwischenfach. Typische Rollen: Siegfried (Wagner) - Mime, Rheingold (Wagner) - Mime und Loge) 
    • jugendlicher Heldentenor: metallisch klingende Stimme mit edler tenoraler Färbung und dem Gestaltungsvermögen für lyrische Teile ebenso wie für dramatische Höhepunkte. Typische Rollen: Fidelio (Beethoven) - Florestan, Der Freischütz (Weber) - Max
    • Tenore spinto (von ital. "spingere" - stoßen): italienisches Gegenstück zum jugendlichen Heldentenor: größere Betonung auf weichem Stimmklang, Beweglichkeit der Stimme und strahlender Höhe, weniger auf reinem Stimmvolumen; der Prototyp des “italienischen Tenors“. Typische Rollen: Aida (Verdi) - Radames; Il Trovatore (Verdi) - Manrico; La Bohème (Puccini) - Rodolfo, Tosca (Puccini) - Cavaradossi, I Pagliacci (Leoncavallo) - Canio
    • Heldentenor: schwere und voluminöse Stimme mit sehr tragfähiger Mittellage und Tiefe, oftmals mit baritonaler Färbung. Typische Rollen: Tristan und Isolde (Wagner) - Tristan, Tannhäuser (Wagner) - Tannhäuser, Siegfried (Wagner) - Siegfried, Otello (Verdi) - Otello

 

Die Unterteilung der Tenorstimmen in Fächer ist jedoch nicht als strenge Einteilung zu verstehen, sondern lediglich als grobe Einteilung.

 

Die Unterteilung in Fächer hat sich aus bühnenpraktischen Gewohnheiten ergeben, um Sängern geeignete Rollen zuzuweisen.

 

Es gibt aber kaum einen Sänger, der während seiner ganzen Karriere nur Partien aus einem Fach gesungen hätte. So war beispielsweise Fritz Wunderlich ursprünglich ein reiner lyrischer Tenor, der sich aber gegen Ende seines kurzen Lebens immer mehr Partien aus dem Fach des tenore lirico spinto und sogar des jugendlichen Heldentenors eroberte. Placido Domingo, im Prinzip ein tenore spinto, hat während seiner langen Karriere Partien auch aus allen anderen Kategorien gesungen - vom Nemorino (Liebestrank, tenore di grazia) über Don Ottavio (Don Giovanni, lyrischer Tenor), Max (Freischütz) und Lohengrin (jugendlicher Heldentenor) bis Parsifal und Tannhäuser (Heldentenor). Eine Anzahl bedeutender Tenöre ist auf der Liste berühmter Tenöre aufgeführt.

 

Der Tenor im Barbershop-Gesang ist aufgrund seiner hohen Lage nicht im eigentlichen Sinne ein Tenor, sondern vielmehr ein Countertenor.

 

 

 

Bariton

Als Bariton (aus griech. barys "tief" und tonos "Klang") wird die mittlere männliche Gesangs-Stimmlage zwischen Tenor und Bass bezeichnet. Der Tonumfang der Baritonstimme reicht ungefähr von G bis g' (also 2 Oktaven).

 

 Man unterscheidet im Wesentlichen folgende Stimmfächer:

 

    • Lyrischer Bariton (auch Spielbariton): große Höhe, leichte und bewegliche Stimme (z. B. die Titelrolle in IL BARBIERE DI SIVIGLIA von Gioacchino Rossini oder Papageno in der ZAUBERFLÖTE von Wolfgang Amadeus Mozart) 
    • Heldenbariton: schwere, gewaltige Stimme mit guter Tiefe (einige große Partien, z. B. Wotan in RHEINGOLD, WALKÜRE und SIEGFRIED (dort als der Wanderer) von Richard Wagner, Scarpia in TOSCA von Giacomo Puccini und die Titelrolle in BORIS GODUNOW von Modest Mussorgski) 
    • Kavalierbariton: gutes Legato, tragfähige Mittellage (am bedeutendsten im heutigen Opern-Repertoire: die Titelrolle in DON GIOVANNI von Wolfgang Amadeus Mozart, außerdem Escamillo in CARMEN von Georges Bizet, die Titelrolle in EUGEN ONEGIN von Pjotr Tschaikowski und der Zar in ZAR UND ZIMMERMANN von Albert Lortzing) sowie Giorgio Germont in LA TRAVIATA und Graf Ankarström in MASKENBALL, jeweils Giuseppe Verdi. 
    • Gelegentlich wird auch das Fach des Charakterbaritons genannt (meist Nebenrollen), das sich aber mit dem Fach des Lyrischen Baritons weitgehend deckt.

 

Eine Anzahl bedeutender Bariton-Sänger ist auf der Liste berühmter Sängerinnen und Sänger klassischer Musik aufgeführt.

 

 

 

Bassbariton

Als Bassbariton bezeichnet man die männliche Gesangs-Stimmlage zwischen Bass und Bariton. Der Bassbariton hat nicht ganz die Tiefe eines "schwarzen" Basses, erreicht aber auch nicht die Höhe z. B. eines lyrischen Baritons. Der Tonumfang erstreckt sich ungefähr von F bis fis'. Viele Baritonpartien von Richard Wagner eignen sich für Bassbaritone, ebenso sind viele Partien für Bass in Oratorien oder Kantaten aufgrund ihrer durchschnittlich relativ hohen Lage gut für Bassbaritone geeignet ebenso wie die Baritonpartien in den Opern von Wolfgang Amadeus Mozart und die höheren Basspartien von Gioacchino Rossini.

 

Berühmte Vertreter dieses Fachs waren und sind u. a. Friedrich Schorr, Hans Hotter, George London, Erich Kunz, Gotthold Schwarz, Walter Berry, Cesare Siepi (der allerdings wie auch Samuel Ramey eher ein italienischer basso cantante war), Thomas Quasthoff, Simon Keenlyside und Bryn Terfel.

 

Typische Rollen für Bassbariton sind: Figaro in LE NOZZI DI FIGARO von Wolfgang Amadeus Mozart Don Giovanni in DON GIOVANNI von Mozart Papageno in DIE ZAUBERFLÖTE von Mozart Don Pizarro in FIDELIO von Ludwig van Beethoven Der Holländer in DER FLIEGENDE HOLLÄNDER von Richard Wagner Hans Sachs in DIE MEISTERSÄNGER VON NÜRNBERG von Wagner Wotan/Wanderer in DER RING DES NIBELUNGEN von Wagner

 

 

 

Bass

Als Bass (von lateinisch bassus = "tief") wird die tiefe, männliche Gesangs-Stimmlage bezeichnet. Die Bezeichnung bildete sich mit der beginnenden Mehrstimmigkeit heraus, als man die Stimme, die den Cantus firmus hielt, Tenor nannte, während die tiefste der umspielenden Gegenstimmen "Contratenor bassus" hieß. Der Tonumfang der Bassstimme reicht ungefähr von E bis e'. Der Basso profondo singt noch tiefer; russischen Chorsängern sagt man nach, mit speziellen Techniken (Untertongesang) bis zu einer Oktave unter der normalen Basslage singen zu können.

 

Einige spezialisierte Bass-Stimmfächer:

 

Charakterbass seriöser Bass Bassbuffo, für heitere Opernrollen Bassbariton als Übergang zum Bariton Berühmte Bass-Rollen: Sarastro, Die Zauberflöte von Wolfgang Amadeus Mozart Boris Godunow, Titelpartie der Oper von Modest Mussorgski Gurnemanz, Parsifal von Richard Wagner Der Komtur, Don Giovanni von Wolfgang Amadeus Mozart Don Alfonso, Così fan tutte von Wolfgang Amadeus Mozart Rocco, Fidelio von Ludwig van Beethoven Fiesco, Simon Boccanegra von Giuseppe Verdi Osmin, Die Entführung aus dem Serail von Wolfgang Amadeus Mozart Eine Anzahl bedeutender Bass-Sänger ist auf der Liste berühmter Sängerinnen und Sänger klassischer Musik aufgeführt.

 

Quelle Stimmlagen: Wikipedia