Monte Jaffe - Baß-Bariton

Jaffe, Monte, Baß-Bariton, * 05.06.1940 Chattanooga (Tennessee); er war der Sohn einer Blues-Sängerin und trat bereits mit fünf Jahren auf der Bühne auf.

 

Er ging dann nach New York, wo er sich als Sozialarbeiter, als Dachdecker und als Dekorateur durchschlug und von dem ersparten Geld Schauspiel- und Gesangsunterricht nahm.

 

Er erreichte es schließlich, daß er in das Opernstudio der New Yorker Metropolitan Oper aufgenommen wurde.

 

1974 wirkte er in den USA beim Caramoor Festival mit und übernahm im Oktober 1974 verschiedene kleinere Rollen an der Metropolitan Oper New York. Hier trat er u. a. in der amerikanischen Erstaufführung von Benjamin Brittens DEATH IN VENICE auf. Ferner sang er in der Washington Opera, Canadian Opera, Opera Company of Boston, Metropolitan Opera, New York City Opera (1999: ENTFÜHRUNG AUS DEM SERAIL).

 

Er sang dann bei kleineren amerikanischen Operngesellschaften, trat auch als Konzertsänger auf und gastierte 1981 an der City Centre Opera New York als Cecil in Donizettis MARIA STUARDA.

 

1980 ging er nach Deutschland und war in den Jahren 1981-89 an den Vereinigten Stadttheatern Krefeld/Mönchengladbach im Engagement.

 

Seit der zweiten Hälfte der achtziger Jahre war er durch einen Gastvertrag mit dem Stadttheater von Bielefeld verbunden.

 

Hier nahm er an mehreren Wiederaufführungen von vergessenen Opern der zwanziger Jahre teil, die großes Aufsehen erregten; so sang er die Partie des Herrschers in DAS WUNDER DER HELIANE von Korngold. Weiterhin wirkte er hier mit eindrucksvollen Darstellungen u. a. als Barak in DIE FRAU OHNE SCHTTEN von Richard Strauss und als Adham in DIE ERSTEN MENSCEN von Rudi Stephan mit. In Bielefeld hörte man ihn 1987 in der deutschen Erstaufführung von L. Bernsteins RUH UND FRIEDEN (A QUIET PLACE) als alter Sam und noch 1995 in der Uraufführung von DER STURZ DES ANTICHRIST von Viktor Ullmann. 1997 sang er am Theater von Bielefeld in der deutschen Erstaufführung der Oper ESMEE von Theo Loevendie den Johannes, im gleichen Jahr den Rabbi Loew in DER GOLEM von E. d' Albert.

 

1988-91 gehörte er dem Staatstheater Karlsruhe an.

 

Inzwischen kam er durch Gastspiele zu einer internationalen Karriere.

 

Im Jahr 1989 sang er an der English National Opera London die Titelrolle in der englischen Erstaufführung der Oper LEAR von Aribert Reimann (die er auch 1991 bei der Welsh Opera Cardiff übernahm). Die Interpretation seiner Rolle wurde hoch gelobt und er wurde von der englischen Opernkritik ausgzeichent.

 

In den Jahren 1989-90 sang Monte Jaffe bei der New Israeli Opera die vier Dämonen in HOFFMANNS ERZÄHLUNGEN, 1990 bei der Scottish Opera Glasgow die Titelfigur in HERZOG BLAUBARTS BURG von B. Bartok. Am Theater von Bern (Schweiz) trat er 1993 als Nekrotzar in LE GRAND MACABRE von Ligeti auf.

 

Auch dem Opernhaus der Stadt Bonn verbunden, an dem er u. a. als Puccinis GIANNI SCHICCHI, als Tonio im BAJAZZO und in der Spielzeit 1993-94 als Ashby in Puccinis FANCIULLA DEL WEST gastierte.

 

An der English National Opera London sang er am 07.06.1991 die Titelrolle in der Uraufführung der Oper TIMON OF ATHENS von Stephen Oliver, am 27.06.1995 in Tel Aviv in der der Oper JOSEF von J. Tal die Partie des Vaters.

 

1998 ist Monte Jaffe am Staatstheater Hannover als Nekrotzar in LE GRAND MACABRE von Ligeti aufgetreten.

 

Sein eminentes darstellerisches Talent wurde immer wieder bewundert, u. a. in Partien wie dem Mephisto im FAUST von Gounod (Tel Aviv 1994), dem Mephistofeles in DOKTOR FAUST von Busoni, dem Holofernes in der zeitgenössischen Oper JUDITH von S. Matthus (Bern 1992), dem Pogner in den MEISTERSINGERN, dem Barak in der FRAU OHNE SCHATTEN von R. Strauss, dem Adahm in DIE ERSTEN MENSCHEN von Rudi Stephan, dem Tomsky in PIQUE DAME von Tschaikowsky, dem Dr. Schön in LULU von A. Berg (Kopenhagen 1996) und dem Titelhelden in BAAL von F. Cerha. Sein weiteres Repertoire umfaßt u. a. Rollen wie Amonasro in AIDA und Zaccharia in NABUCCO von Verdi, den HOLLÄNDER und Hans Sachs in DIE MEISTERSINGER VON NÜRNBERG, Wotan in DAS RHEINGOLD, Klingsor in PARSIFAL von Wagner, Rabbi Loew in GOLEM von Albert, Pizarro in FIDELIO von Beethoven, Mephistopheles in FAUST von Gounod, die vier Bösewichter in HOFFMANNS ERZÄHLUNGEN von Offenbach, GIANNI SCHICCHI und Scarpia in TOSCA von Puccini, LEAR von Reimann und BAAL von Cerha.

 

In Gießen ist Monte Jaffe ab Mai 2007 erstmals zu Gast und er wird hier in der Rolle des Pascoe in Ethel Mary Smyths STRANDRÄUBER zu erleben sein.

 

Monte Jaffe hat mehrere Opern auf CD eingespielt. U. a. Ullmann: DER STURZ DES ANTICHRIST (CPO) und LULU (Chandos).

 

 

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