Matthias Hartmann - Intendant

Matthias Hartmann (* 27. Juni 1963 in Osnabrück) ist ein deutscher Theaterregisseur und Intendant.

 

Auf Umwegen kam er zum Theater. Er brach zweimal eine kaufmännische Lehre ab, besuchte ein Jahr die Schauspielschule, bevor er Regieassistent am Berliner Schillertheater wurde. Hier begann Matthias Hartmann als Hospitant und baute seine Karrierre zum Theaterregisseur auf, danach arbeitete er als freier Regisseur an den Häusern in Kiel, Mainz und Wiesbaden.

 

Seine erste eigenverantwortliche Inszenierung erarbeitete Hartmann 1989 mit TAGTRÄUME am Stadttheater in Kiel. 1990 wurde er künstlerischer Leiter und Hausregisseur am Niedersächsischen Staatstheater in Hannover. In seiner dreijährigen Amtszeit erwachte das bisher provinzielle Theater zu einem der interessantesten Theater der Republik. Seine Inszenierung von EMILIA GALOTTI von Gotthold Ephraim Lessing aus dieser Zeit wurde zum Berliner Theatertreffen eingeladen. Seit dem Sommer 1993 arbeitete Hartmann als freier Regisseur, der unter anderem am Staatsschauspiel in München und am Burgtheater in Wien engagiert wurde. Die zweite Einladung zum Berliner Theatertreffen erhielt er für seine Inszenierung von DER KUSS DES VERGESSENS von Botho Strauß am Zürcher Schauspielhaus.

 

Vom Sommer 2000 bis zum Sommer 2005 war Hartmann Intendant des Schauspielhaus Bochum. Er übernahm das Haus von Leander Haußmann. Dem Traditionstheater an der Königsallee verhalf Hartmann zu alter Größe und unterstrich seine Stellung als eines der führenden Theater Deutschlands. In Bochum brachte Hartmann unter anderem Uraufführungen von Botho Strauß und Peter Turrini auf. Für Medienwirbel sorgten auch die zwei Arbeiten mit dem beliebten Entertainer Harald Schmidt. So spielte Schmidt in Samuel Becketts Warten auf Godot die Rolle des Lucky. Das Haus war voll: Hartmann brach am Schauspielhaus den bisherigen Rekord an verkauften Abonnements, der noch von Claus Peymann aufgestellt wurde.

 

Seit der Spielzeit 2005/06 ist Hartmann Intendant des Schauspielhauses Zürich. Er übernimmt das Haus von Andreas Spillmann, der als Interimsintendant die künstlerische und kaufmännische Direktion in der Spielzeit 04/05 innehatte. Ursprünglich hätte Christoph Marthaler, Theater- und Opernregisseur, diese Saison als seine fünfte und letzte als Intendant des Zürcher Schauspielhauses leiten sollen, aber er verzichtete.

 

Am 13. Juni 2006 gab der österreichische Kunst-Staatssekretär Franz Morak bekannt, dass Matthias Hartmann ab 2009 als Nachfolger Klaus Bachlers das Wiener Burgtheater leiten soll. Er hatte sich damit gegen namhafte Konkurrenz wie Andrea Breth, Ulrich Khuon, Elisabeth Schweeger, Frank Baumbauer und Martin Kusej durchgesetzt. In einem ersten Interview für das österreichische Nachrichtenmagazin News wandte er sich gegen das didaktische Theater der Achtundsechziger-Generation und gab die Grundzüge seines Konzepts bekannt: "Das Burgtheater ist ein Ort mit Erotik und Strahlkraft, an dem sich die besten Schauspieler und die besten Regisseure versammeln, ein Ort für alle Menschen, die Lust am Theater haben. Dort muss alles stattfinden. Es ist vollkommen falsch, ihm mit Gewalt ein Konzept verpassen zu wollen. Es muss sich sternförmig auf alle Möglichkeiten des theatralischen Erzählens ausbreiten. Es braucht die großen Klassiker, und es muss ein Uraufführungstheater sein, mit Stückaufträgen an die großen österreichischen Dramatiker und mit der Entdeckung neuer. Es darf vor Konventionalität so wenig Angst haben wie vor dem Experiment".

 

Matthias Hartmann inszenierte ebenso Opern: 2003 Friedrich Smetanas DIE VERKAUFTE BRAUT (Dirigent Peter Schneider) und 2006 Eugen d'Alberts TIEFLAND (Dirigent Franz Welser-Möst) am Opernhaus Zürich sowie 2005 Richard Strauss' ELEKTRA (Dirigent Christoph von Dohnányi) an der Pariser Oper.

 

In der Saison 2007/2008 übernahm Matthias Hartmann die Regie für die Oper CARMEN von Georges Bizet (Dirigent Franz Welser-Möst) und in der Saison 2009/2010 die Oper RUSALKA von Antonín Dvořák (Dirigent Vladimir Fedoseyev), beide mit großem Erfolg und wiederum am Opernhaus Zürich.

 

Quellen: Auszüge Wikipedia und http://www.abendblatt.de/daten/2003/06/30/181513.html