Stadttheater Bielefeld

Für das Bielefelder Stadttheater fand man mit Bernhard Sehring einen renommierten Architekten, die Grundsteinlegung des Jugendstilbau erfolgte 1901 am Niedernwall. Die Eröffnung erfolgte 1904 unmittelbar neben dem im selben Jahr eröffneteten Rathaus. Das Bielefelder Theater verfügt über eine bemerkenswerte Jugendstilfassade mit Portikus und Obelisken.

 

Das Drei-Sparten-Theater findet mit international gefeierten Theater- und Operninszenierungen immer wieder Beachtung weit über die Region hinaus. Es bietet neben dem Schauspiel auch Musik- und Tanztheater. Mit rund 500 Aufführungen jährlich ist es das größte Theater der Region Ostwestfalen. Intendant ist seit der Spielzeit 2006 Michael Heicks.

 

Carl Maria von Webers FREISCHÜTZ bot den Rahmen für die feierliche Eröffnung am 3. April 1904. Opern wurden zunächst nur zeitweilig gezeigt, ehe sie ab 1919 in den regulären Spielplan aufgenommen wurden.

 

Die Bühnen der Stadt Bielefeld bestehen einerseits aus dem Stadttheater als auch andererseits aus dem TAM (Theater am alten Markt). Im TAM wurden (und wird sicher auch heute noch) nur Schauspiele, Experimentier- und Jugendtheater gezeigt, im Stadttheater werden die Besucher mit Opern, Operetten, Balletten, Musicals und großen Schauspielen verwöhnt. Das TAM habe ich nur sehr selten besucht, da sich meine Leidenschaft für das Musiktheater, insbesondere für die Oper, schnell herausgestellt hatte. Insofern war ich seit Beginn der 80er Jahre regelmäßiger Besucher des Stadtheaters Bielefeld geworden. 

 

Die Städtischen Bühnen Bielefeld sind ein Repertoiretheater. Das heißt, daß es für eine Spielzeit ein bestimmtes Programm gab, welches in der Regel neun Schauspiele im TAM, zwei bis drei Jugendtheaterstücke im TAM, und im Stadttheater drei Schauspiele, eine Operette, zwei bis drei Musicals, zwei Ballette und sechs bis acht Opernpremieren beinhaltete.

 

Diese Vorstellungen wurden über die gesamte Spielzeit verteilt aufgeführt. Eine "en bloque"-Vorstellung gab es in dem Sinne nicht. Allerdings ist diese Art Repertoiretheater, wie Bielefeld es spielte, nicht mit den Repertoirehäusern in Berlin oder Zürich zu vergleichen gewesen. Wenn diese Häuser über viele Jahre immer mal wieder eine Oper aus dem Repertoire spielen, so beschränkte sich die Form in Bielefeld nur immer auf die jeweiligen Spielzeiten. Wiederaufnahmen gab es auch, sie waren aber nicht die Regel. Und wenn es Wiederaufnahmen gab, so nur aus dem "Beliebtheitsgrund" oder wenn die Premiere erst sehr spät in der Spielzeit stattgefunden hatte. Diese Wiederaufnahmen wurden dann auch nur in der darauf folgenden Spielzeit aufgeführt.

 

Ich habe seit Beginn meiner "passiven Opernkarriere" sehr viele Opernaufführungen im Bielefelder Stadttheater besucht. Beinahe die gesamten 80er Jahre hindurch bin ich regelmäßiger Zuschauer dieser schönen, mittelgroßen Bühne gewesen. (Fast mein zweites Zuhause ... grins)

 

Ich hatte das Glück, gerade diese aufregende Zeit miterleben zu dürfen. In den 80er Jahren hatte das Bielefelder Stadttheater in der Sparte Oper mit Inszenierungen von John Dew auch überregional viel Aufsehen erregt und das Haus hatte die Traute, wenig bis selten gespielte Werke auszugraben. 

Viele Aufführungen habe ich mehrmals gesehen, manche bis zu fünf Mal in einer Spielzeit, so zum Beispiel LUCIA DI LAMMERMOOR von Gaetano Donizetti. Ich liebte die festliche Oper LA TRAVIATA von Verdi genauso wie Wagners FLIEGENDER HOLLÄNDER oder die Märchenoper RUSALKA von Dvorak.

 

Die Bielefelder Bühne scheute sich nie, auch grosse, bühnentechnisch aufwändige Opern aufzuführen. Ich konnte Meyerbeers DER PROPHET kennen lernen, Bellinis NORMA und Donizettis ROBERTO DEVEREUX mit der großartigen Christine Weidinger in den weiblichen Hauptrollen. In der Donizetti-Oper erinnerte mich Frau Weidinger in ihren Bewegungen an die große Bette Davis in ihren beiden Königin-Elisabeth-I.-Filmen.

 

Es ist einfach unmöglich, alles und jeden namentlich zu erwähnen. Sollte die namentliche Nennung hier Bevorzugung erahnen lassen, so möchte ich unbedingt sagen, daß auch die nicht namentlich erwähnten ihren Platz in meiner sehr liebevollen und gerne zurückdenkenden Erinnerung haben. Das gesamte damalige Musiktheaterensemble in Bielefeld war einfach grandios. Um sie nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, findet Ihr auf meiner Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterBiographien-Seite Wissenswertes über die meisten SängerInnen.

 

Viele Sängerinnen und Sänger haben mittlerweile an anderen Bühnen eine Beschäftigung gefunden. Allerdings sind noch wenige Künstler in Bielefeld engagiert, die, wie schon in den 80er Jahren, ihr Publikum mit ihrer Schauspiel- und vor allem mit ihrer Gesangskunst begeistern.

 

Es gab so viele andere Opern und sehr viele gute und interessante Inszenierungen. John Dew war für das Bielefelder Musiktheater entscheidend prägend. Viele seiner Inszenierungen bleiben für mich unvergessen.

 

Meine Lieblingsoper bis dahin wurde Amilcare Ponchiellis Oper LA GIOCONDA.

 

Bis zu jenem Abend, als das Bielefelder Stadttheater ein Mammutwerk herausbrachte, das auf Grund eines riesigen bühnentechnischen Aufwandes und gewaltigen Anforderungen auch an die Sänger/innen auf deutschen und vielleicht auch internationalen Bühnen eher selten gezeigt wird. Musikstücke dieses Komponisten hatte ich bis dahin schon gehört, war allerdings nicht durchgehend überzeugt und angetan.

 

Und dann kam der Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterPremierenabend

 

Ich möchte unbedingt betonen, daß sich meine beschriebene Begeisterung für das Bielefelder Stadttheater aus dem Grund auf die 80er Jahre bezieht, weil ich diese Zeit persönlich miterlebt hatte. Dies bedeutet keineswegs, daß die Qualität der Bielefelder Bühnen später nachgelassen haben könnte. Es ist immer lohnenswert, eine Oper im Bielefelder Stadttheater zu genießen. So versuche ich noch heute, meine Heimatbesuche mit einem Stadttheaterbesuch in Bielefeld zu verbinden.

Meine damaligen Besuche im Bielefelder Stadttheater beschränkten sich jedoch nicht nur auf Opernvorstellungen. Da das Stadttheater Bielefeld ein DreiSpartenTheater ist, hatte ich dort ebenso Ballette, Schauspiele, Operetten und Musicals gesehen. Eine vollständige Übersicht von meinen bisherigen Besuchen im Bielefelder Stadttheater findet Ihr hier ...

 

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