Das Zweiständerhaus

Beim Zweiständerhaus stehen die Dachsparren auf der Hauptbalkenlage, gehen also nicht wie bei vielen anderen Konstruktionen bis zur Traufe. 

 

Die Verbindung zwischen Sparren und Traufe wird durch so genannte Auflanger geschaffen auf denen die Aufschieblinge (Aufschieber) sitzen, die für den Dachüberstand sorgen. Da sich die Fenster bei den meisten alten Häusern nach außen öffnen ist der Dachüberstand beim Zweiständerhaus minimal, da die Fenster sonst beim Öffnen an die Dachrinne (früher das Dach selbst) stoßen. Die Hauptbalkenlage ruht auf zwei Ständerreihen die der Länge nach im Haus angeordnet sind und auch die Deele oder Diele bilden.

 

Die Pfetten liegen auf den Enden der Balkenlage, auf Denen wiederum sitzen die Sparren. Das Ständerwerk der Außenwand (Traufe) ist durch eine kurze Balkenlage mit dem Hauptständerwerk verbunden und bildet so ein statisch wichtiges Dreieck (Balkenlage, Auflanger und Hauptständerwerk). Unter den Balkenlagen befanden sich meistens Ställe und Futterkammern. Auf den Balkenlagen ist ein sehr niedriger Raum (Hiehle) der zum Lagern von Futter und zum Halten von Hühnern u.s.w. genutzt wurde. Da die Räume unter diesen Balken meist sehr niedrig sind, wurden diese Balken oft später herausgeschnitten. Vorsicht diese sind statisch sehr wichtig:

 

 

Dies hat zur Folge das sich die Hauptbalkenlage unter dem Gewicht des Dachstuhls nach unten biegt und die Auflanger die Traufewand nach außen drücken.

 

 

Soll dies nicht geschehen sollte man die Hauptbalkenlage an den Enden durch Ständer abstützen. Eine schöne Möglichkeit ist es die Hauptbalkenlage durch Kopfbänder zu Stabilisieren die am Hauptständerwerk befestigt werden.